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01.07.2010 Zurück Druckversion Versenden


 
AMNOG - Regierungsentwurf trifft Apotheken bis ins Mark
Berlin
 
Der Regierungsentwurf für das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz trifft die Apotheken wirtschaftlich bis ins Mark. „Wird diese Gesetzesvorlage eins zu eins umgesetzt, entzieht die Bundesregierung vielen Apotheken die wirtschaftliche Grundlage“, erklärt Susanne Lorra, Apothekerin und Vorstandsvorsitzende der Apothekenkooperation gesine, der rund 220 Apotheken angehören, die ihren Schwerpunkt auch eine qualitativ hochwertige und unabhängige Beratung gesetzt haben. „Die Neuregelung der Großhandelsvergütung kostet jede Apotheke mindestens 20.000 Euro, wahrscheinlich sogar deutlich mehr“, erläutert Lorra. „Belastungen in dieser Größenordnung können die Apotheken aber nicht mehr schultern. Für das selbst gesetzte Ziel der Politik, die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch unabhängige Apotheken zu fördern, ist dieser Gesetzentwurf damit völlig kontraproduktiv.“

Hintergrund ist die Planung der Bundesregierung, die Vergütung des pharmazeutischen Großhandels auf ein weitgehend preisunabhängiges System umzustellen. Der Bundesverband des Großhandels hatte hierzu im vergangenen Jahr als kostenneutrale Lösung eine Fixpauschale von 93 Cent plus einen prozentualen Aufschlag von 3 Prozent vorgeschlagen. Die jetzt vorgesehene Regelung liegt mit 60 Cent plus 1,7 Prozent aber deutlich geringer. „Die Regierung wollte durch die Neuregelung Teile der Funktionsrabatte der Apotheken zugunsten der Krankenkassen abschöpfen“, so Lorra. Die Belastungen sollten zu gleichen Teilen von Großhandel und Apotheken geschultert werden. „Tatsächlich wird die Umstellung aber in voller Höhe zu Lasten der Apotheken und ihrer fast 147.000 Mitarbeiter laufen. De facto wird es nahezu keine Funktionsrabatte mehr geben, die bislang von niemand bestrittener Teil des apothekerlichen Einkommens waren.“

„Es ist gut und schön, wenn sich die Bundesregierung zu den unabhängigen Apotheken bekennt. Konsequenterweise sollte sie dann aber auch Gesetze einbringen, die dafür die wirtschaftlichen Voraussetzungen erhalten. Mit diesem Gesetzentwurf leisten CDU/CSU und FDP ihren eigenen im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Zielen einen Bärendienst.“




Ansprechpartner: Dirk Ehrich, Tel.: 030 - 319 98 52 0

Hinweis an die Redaktion:
gesine ist ein unabhängiger Zusammenschluss von selbstständigen Apothekern und niedergelassenen Ärzten. Gemeinsam setzen die über 220 Mitglieder der Vereinheitlichung der Gesundheitsversorgung kreative Konzepte entgegen.